Gesichtserkennung auf Facebook? Will ich nicht!

Gesichtserkennung ist nicht neu. Manche modernen Bildbearbeitungsprogramme haben diese Funktion integriert, um den Nutzern beim Sortieren der Bilder zu helfen. Aber sie ist neu auf Facebook. Nachdem fünf Prozent der US-Nutzer von Facebook die Möglichkeit hatten, das System zu testen, scheint es jetzt  flächendeckend zum Einsatz zu kommen. Die Gesichtserkennungs-Software soll neu hochgeladene Bilder mit denjenigen Personen vergleichen, die bereits auf anderen Fotos getaggt worden sind und ihr Name wird vorgeschlagen. Schon jetzt kann es passieren, dass „Freunde“ von mir unerfreuliche Fotos von uneleganten Posen auf Facebook laden und mit meinem Namen versehen. Ist nicht so gut. Jetzt jedoch versucht die Gesichtserkennungs-Software zu erraten, ob ich auf neu hochgeladene Fotos zu erkennen bin, und schlägt dem Nutzer vor, dieses neue Foto mit meinem Namen zu verknüpfen. Was aber, wenn die in unvorteilhaften Posen abgelichtete Person gar nicht ich bin, mir das Foto aber zugeordnet wird? Ist gar nicht gut. 

Was ärgert ist, dass Facebook dieses neue Feature – wie immer – als Standard voreingestellt hat. Man kann die Funktion aber leicht abschalten: Wer nicht automatisch vom Algorithmus identifiziert werden möchte, kann unter Konto – Privatsphäre-Einstellungen – Benutzerdefinierte Einstellungen beim Unterpunkt “Freunden Fotos von mir vorschlagen” die Einstellung auf “gesperrt” ändern.

Datenschutzbedenken? Hat Facebook noch nie gehabt. Interessant ist, dass Google ebenfalls eine automatische Gesichtserkennungstechnologie entwickelt hat, sie aber wegen Datenschutzbedenken zurück hält. Das würde ich dann nämlich überhaupt nicht mehr gut finden: eine Verbindung von Gesichtserkennung und Google. Denn da wird es vermutlich keine Einstellung geben, mit der ich dies unterbinden kann.

Ulrike Meinhardt

OnPR, Gmbh

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